Standort und Sicherheit

Wie bei jedem Spielgerät für Kinder steht die Sicherheit stets an erster Stelle. Kinder können Gefahren nicht immer richtig einschätzen oder erkennen. Das müssen wir Erwachsene für sie übernehmen und Gefahrenquellen vermeiden und beseitigen.

Brettschaukeln werden meist zusammen mit einem Schaukelgerüst gekauft. Diese Gestelle geben immer wieder Anlass zu Ärger und Unannehmlichkeiten. Die meisten Kritikpunkte sind wackliges Standverhalten, schlecht gearbeitete Rohrverbindungen und zu schwach ausgelegtes Material. Auch die Montage eines Schaukelgestelles birgt einiges an Fehlerquellen.

Die Sicherheit fängt beim Kauf der Kinderschaukel und der richtigen Planung an

Bei unserem Vergleich legen wir auf Sicherheit ein großes Augenmerk.

Folgende Punkte betrachten wir näher:

  • Verankerung, Standfestigkeit des Schaukelgerüst
  • Rohrverbindungen, Balkenverbindungen
  • Wetterfestigkeit
  • Gewichtsbelastung
  • Standort und Fallschutz
  • Platzverhältnisse
  • unsachgemäßer Umgang

Augen auf beim Kauf

Beim Kauf einer Schaukel sind einige Dinge wichtig um nicht die Freude gleich von Anfang an zu verlieren. Folgende Fragen sollte man sich stellen:

  • Ist eine deutsche Montageanleitung anbei?
  • Werden Schrauben, Verbinder und Montagehilfsmittel mitgeliefert?
  • Aus welchem Material bestehen die Seile?
  • Ist der Schaukelsitz der Brettschaukel aus Kunststoff oder Holz?
  • Gibt es Ersatzteile wenn etwas bricht?
  • Welches Gewicht hält die Schaukel und das Schaukelgestell aus?
Alter Junge Mädchen
1 Jahre 11 kg 11 kg
2 Jahre 14 kg 13 kg
3 Jahre 16 kg 16 kg
4 Jahre 18 kg 18 kg
5 Jahre 21 kg 21 kg
6 Jahre 24 kg 23 kg
7 Jahre 27 kg 26 kg
8 Jahre 31 kg 30 kg
9 Jahre 34 kg 34 kg
10 Jahre 38 kg 38 kg
11 Jahre 43 kg 44 kg
12 Jahre 47 kg 50 kg

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Standort und Platzbedarf

Die Schaukel braucht Platz vor allem in Richtung der Schaukelbewegung. Aber auch seitlich wird reichlich Abstand benötigt, vor allem wenn zwei Brettschaukeln nebeneinander angebracht sind.

Schaukeln mit nur einem Aufhängepunkt bewegen sich in alle Richtungen. Schaukeln mit einem Aufhängepunkt sind zum Beispiel die Reifenschaukel, die Tellerschaukel oder je nach Bauart auch die Nestschaukel.

Der Platzbedarf

Zum errechnen des Platzbedarfs einer klassischen Brettschaukel geht man von Seillänge plus 200cm aus.

Man wird in etwa auf einen Wert von 4 Metern an sogenannten Schaukelraum in jede Richtung kommen. Gemeint ist damit dass in diesem Raum keine Hindernisse wie Mauer oder Zaun vorhanden sein dürfen.

Sicherheitsabstand in Schaukelrichtung

Des weiteren muss man mit rechnen dass Kinder von der Schaukel springen.

seitlicher Abstand der Schaukeln

seitlicher Abstand der SchaukelnSollen mehrere Schaukeln nebeneinander befestigt werden so ist ein seitlicher Abstand von 70cm bis 100cm zwischen den Brettschaukeln empfohlen.

Diese Empfehlung bezieht sich auf Brettschaukeln mit einer Seil- oder Kettenlänge bis zu 2m.

Für öffentliche Spielplätze sind die Abstände in der europäischen Norm EN 1176 für Spielplatzgeräte geregelt. Auf Spielplätzen darf der Abstand zwischen zwei Schaukeln nur dann 70cm betragen wenn die Aufhängung nach oben hin schräg verläuft. Laufen die Seile und Ketten schräg nach oben, erhöht das die Stabilität der Schaukelrichtung. Seitliche Bewegungen werden verhindert.

Der seitliche Abstand zwischen Schaukel und Schaukelgerüst muss bei Kombigeräten 1,5 m betragen. Als Kombigerät versteht man Schaukelgerüste die zum Beispiel eine Kletterfunktion in Form einer Leiter haben.

Umfeld und Standort

Den meisten ist es selbstverständlich wo ein Schaukelgerüst zu stehen hat und wo nicht. Dennoch seien die wichtigsten Punkte hier noch einmal erwähnt.

  • In Schaukelrichtung und Absprungrichtung darf sich nichts befinden wie Zaun, Gartenmöbel oder Werkzeug. Ein Mindestabstand (Seillänge plus 2 Meter) ist unbedingt einzuhalten.
  • Eine Schaukel zu nah am Gartenteich verführt zu Springspielen die böse ausgehen können.
  • Unter einem Baum können herabhängende Äste eine Gefahr darstellen. Zudem ist die Kombination Schaukelgerüst und Kletterbaum ungut und wird Kinder immer zu gefährlichen Kletterabenteuern verführen.
  • Stehen Pflanzen wie Dornengebüsch (z.B. Stachelbeeren) in der Nähe?
  • Gibt es spitze Gegenstände wie Steine die sich in der Wiese oder im Sand verbergen?
  • Steht die Schaukel nur in der Sonne oder gibt es auch Teilschatten?
  • Laufen im Schaukelbereich gerne Tiere umher?
  • Im Schaukelraum herum liegendes Spielzeug wie auch kaputtes, zersplittertes Spielzeug stellen eine häufige Gefahr dar. Oft versteckt sich im Sand unter der Schaukel das eine oder andere Spielzeug.

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Fallschutz

Kinder werden mal von der Schaukel fallen oder abrutschen. Weitspringen aus der Schaukelbewegung heraus wird auch nicht ausbleiben. Ist der Boden weich ist das weniger ein Problem.

Im Spielplatzbau spricht man von einer Fallschutzauflage nach DIN EN 1177.

Diese Auflage, DIN-Norm besagt:

  • Bei Fallhöhen unter 2 Meter mindestens 200 mm Fallschutzmaterial
  • Bei Fallhöhen über 2 Meter mindestens 300 mm Fallschutzmaterial
  • plus jeweils 100 mm für den Wegspieleffekt (Materialschwund, Materialabtrag durch spielen)

Fallschutz für die SchaukelAls Fallschutzmaterial geeignet ist lockeres Schüttmaterial wie Rindenmulch, Feinkies oder Sand.

Dieser Fallschutz muss von Zeit zu Zeit aufbereitet werden da er sich durch spielen und Witterung verfestigt oder abgetragen wird. Aus hygienischen Gründen empfiehlt es sich, wie beim Sandkasten auch, den  Sand regelmäßig zu reinigen. Sand wird gerne von Katzen heimgesucht.

Eine Wiese mit weichem Untergrund im heimischen Bereich ist nur bedingt geeignet. Denn bei regelmäßiger Nutzung wächst dort nichts mehr, der Untergrund wird hart und der Spielraum wird mit jedem Regen zum Schlammloch.

Fallschutzmatten sind eine weitere Alternative auf die gerne zurück gegriffen wird. Diese Fallschutzmatten kommen auch im öffentlichen Spielplatz zum Einsatz.

Die Kosten betragen per Quadratmeter ca. 40 Euro. Im Vergleich zum Sand ist das um einiges teurer. Im privaten Bereich werden 6 bis 8 Matten unter dem Schaukelbrett empfohlen (2 in der Breite, 3 in Schaukelrichtung).

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Brettschaukel, Schaukelsitz

Höhe der BrettschaukelDas Schaukelbrett ist an jedem Eck, je links und rechts, mit dem Schaukelseil verbunden. So ergibt sich ein Dreieck das ein kippen des Schaukelbrettes verhindert. Die Höhenverstellung erfolgt am Schaukelseil durch Seilachten (Stellachten).

Das Material der Brettschaukel besteht aus Holz oder Kunststoff. Holz hat den Vorteil dass es in der Sonne nicht heiß wird. Zudem hält entsprechendes Holz (meist Eichenholz) deutlich höhere Gewichte aus. Allerdings bedarf das Holz einer gewissen Pflege. So benötigt ein Schaukelbrett aus Holz alle 2-3 Jahre einen Anstrich mit einer Holzlasur. Zudem können sich durch unsachgemäßen Umgang Holzspreißel bilden.

Wird eine Schaukel länger nicht benutzt so sollte man die Brettschaukel zum Schutz vor Schnee, Frost und nassem Laub abnehmen und an einem trockenen Ort aufbewahren.

Der Abstand zwischen Schaukelsitz und Boden muss mindestens 35 cm betragen, höchstens 1 Meter (auf öffentlichen Spielplätzen höchstens 50 cm). Das Mindestmaß beruht darauf dass das Schaukelbrett beim schwingen niemanden an dem Kopf trifft der dort liegen könnte.

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Seile und Ketten

SchaukelseilDie Schaukelseile bestehen hauptsächlich aus Kunststoff und eher selten aus Naturfasern wie Jute. Obwohl Jute extrem dehnungsarm sowie Reiß- und scheuerfest ist, überwiegen die Nachteile. Vor allem die Anfälligkeit für Fäulnis begrenzen den Einsatz im Freien.

Häufiger kommt sogenannter Polyhanf zum Einsatz der auch synthetischer Hanf oder Polyhanfseil genannt wird. Häufig genannte Marken in diesem Zusammenhang sind: Spleitex®, Hempex®, Polyhemp®.

Polyhanf, ist preisgünstig, sehr Witterungsbeständig, leicht und schwimmfähig. Die Nachteile sind dass die Seile nicht sehr abriebfest und nicht sehr Temperaturbeständig sind. Synthetische Hanfseile sind  optisch und haptisch kaum von einem Naturhanfseil kaum zu unterscheiden.

Die Seile nehmen keine Flüssigkeit (wie Handschweiß) auf, sind geruchsneutral und pflegeleicht. Verwendung finden diese Seile unter anderem in der Schifffahrt, der Kletterei, GaLa-Bau und dem Spielplatzbau.

Seile und Ketten kann man parallel oder schräg zueinander hängen. Werden die Seile schräg aufgehängt so wird eine Seitwärtsbewegung der Brettschaukel abgebremst.

Ketten

Schaukelketten sind am langlebigsten, robustesten und auch die teuerste Lösung. Schaukelketten werden auf öffentlichen und kommerziellen Spielplätzen verwendet.

Es gibt Vorschriften über die Gliedergröße der Kette. Der Hintergrund ist die dass kein Finger durch das Kettenglied passt und sich keine Knöpfe, Haarspangen und dergleichen in den Kettengliedern verfangen.

Das Kettenglied darf nicht mehr als 8,6mm lichte Weite aufweisen. Gut feststellen kann man das mit einem Kugelschreibertest.

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Schaukelrichtung

Schaukeln mit zwei Aufhängepunkten, vornehmlich die Brettschaukel, kennen nur eine Schaukelrichtung, nach vorne und zurück. Seitliche Schaukelbewegungen sind beim normalen Gebrauch nur schwer möglich.

Schaukeln mit nur einem Aufhängepunkt, wie die Tellerschaukel, die Reifenschaukel oder auch die Nestschaukel schwingen in jede Richtung (Nestschaukeln gibt es mit einem oder zwei Aufhängepunkten).

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Pflege erhöht die Sicherheit

Eine Schaukel ist den Beanspruchungen der spielenden Kinder so wie Wind und Wetter ausgesetzt. Eine regelmäßige Prüfung der Schaukel ist aus Sicherheitsgründen unerlässlich.

Folgende Punkte bedürfen eines besonderen Augenmerks:

  • Kunststoffteile auf Risse, spröde Kunststoffteile
  • Schraub- und Steckverbindungen
  • Seile auf Beschädigung und Risse
  • Die Brettschaukel auf Holzsplitter und Holzschutz
  • Haken an denen die Schaukel hängt
  • Den Schaukelhaken und Ringe ab und an fetten wenn man möchte, das verringert die Reibung
  • Fallschutzbereich, Schaukelbereich auf spitze Gegenstände und Verunreinigung überprüfen
  • Fallschutzmaterial eventuell erneuern oder auflockern
Das beste ist es die Kinder den richtigen Umgang mit der Schaukel näher zu bringen und sie sie auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen.

Checkliste für einen sicheren Spielplatz